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Im Padel darf der Ball vor der gegnerischen Wand oder dem Gitter nicht in der Luft sein: Soll er diese Flächen berühren, muss er zuvor im gegnerischen Feld aufspringen. Die gegnerische Seite darf den Ball im laufenden Ballwechsel aber direkt aus der Luft annehmen (Volley). In deiner eigenen Hälfte darfst du den Ball nach dem Aufprall von der Wand zurückkommen lassen und ihn auch gegen die eigene Glaswand schlagen, um ihn über das Netz zu befördern.
Der Court in Kürze
Der Court ist 20 Meter lang und 10 Meter breit und vollständig umschlossen. Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter hoch, an den Pfosten 92 Zentimeter. Auf jeder Seite liegt die Aufschlaglinie 6,95 Meter vom Netz entfernt, eine Mittellinie teilt die Aufschlagfelder in links und rechts.
An den Stirnseiten stehen 3 Meter hohe Wände, meist aus Glas, darüber 1 Meter Gitter. An den Seiten wechseln sich Wandstücke und Gitter ab. Diese Unterscheidung ist wichtig: Glas und Gitter verhalten sich nicht nur anders, sie werden auch regeltechnisch unterschiedlich behandelt.
Der Aufschlag
Jeder Punkt beginnt mit einem Aufschlag von unten. Du hast zwei Versuche. Die wichtigsten Vorgaben nach FIP-Regel 6:
- Beim Vorbereiten des Aufschlags stehst du mit mindestens einem Fuß hinter der Aufschlaglinie zwischen der gedachten Verlängerung der Mittellinie und der Seitenwand.
- Du lässt den Ball auf dem Boden deines Aufschlagbereichs aufspringen und triffst ihn auf Hüfthöhe oder darunter. Der Ball darf vor dem Schlag weder die Aufschlaglinie noch die gedachte Mittellinie überschreiten.
- Im Treffmoment behält mindestens ein Fuß Bodenkontakt, und deine Füße dürfen weder die Aufschlaglinie noch die Mittellinie berühren.
- Der Ball fliegt diagonal über das Netz in das gegnerische Aufschlagfeld. Trifft er die Begrenzungslinien des Aufschlagfelds, ist er im Spiel.
Wie du das in der Praxis sicher umsetzt, zeigt unser Tutorial zum Padel-Aufschlag.
Der Aufschlag springt im Aufschlagfeld auf und trifft danach das Gitter.
Fehler beim Aufschlag
Das ist ein Fehler. Nach dem Aufprall darf der Aufschlag die Glaswand berühren, aber nicht das Gitter, bevor er ein zweites Mal aufspringt.
FIP-Regel 7, Buchstabe e
Der Return
Der Rückschläger muss den Aufschlag einmal in seinem Aufschlagfeld aufspringen lassen und vor dem zweiten Aufprall zurückspielen. Ein Volley aus der Luft ist beim Return nicht erlaubt. Trifft der Aufschlag den Rückschläger oder seinen Schläger vor dem Aufprall, geht der Punkt an die aufschlagende Seite.
Spielen mit Glaswand und Gitter
Die Wände sind das Herz des Spiels. Im laufenden Ballwechsel klären zwei Grundsätze fast jede Situation:
- Nach dem ersten Bodenkontakt im gegnerischen Feld darf der Ball im regulären Ballwechsel jede Wand und das Gitter berühren. Deine Gegner müssen ihn vor dem zweiten Aufprall schlagen.
- Trifft dein geschlagener Ball direkt eine Wand oder das Gitter der Gegenseite, ohne vorher im gegnerischen Feld aufzuspringen, geht der Punkt an die Gegner.
Du spielst den Ball gegen deine eigene Glaswand, von dort fliegt er über das Netz und springt im gegnerischen Feld auf.
Ball bleibt im Spiel
Erlaubt. Der Ball darf nach deinem Schlag die Wände deiner eigenen Hälfte berühren, solange er danach ohne Bodenkontakt auf deiner Seite über das Netz geht.
FIP-Regel 14, Buchstabe b
Dein Schlag trifft das Gitter auf deiner eigenen Seite.
Punkt verloren
Punkt verloren. Anders als die Glaswand darfst du das eigene Gitter nicht als Bande nutzen.
FIP-Regel 13, Buchstabe l
Dein Ball springt im gegnerischen Feld auf und fliegt über die Rückwand aus dem Court.
Punkt gewonnen
Punkt für dich. Sobald der Ball nach korrektem Aufsprung über die Rückwand den Court verlässt, endet der Ballwechsel sofort. Eine Rettung von außerhalb des Platzes ist über die Rückwand auch bei autorisiertem Außenspiel nicht zulässig.
FIP-Regel 13, Buchstaben d und e
Wann du den Punkt verlierst
Neben den Wandregeln gibt es einige klare Fälle, die im Freizeitspiel immer wieder vorkommen:
| Situation | Folge |
|---|---|
| Ball springt in deiner Hälfte zweimal auf | Punkt verloren |
| Du, deine Kleidung oder dein Schläger berühren das Netz, dessen Pfosten oder den gegnerischen Platzbereich, während der Ball im Spiel ist | Punkt verloren |
| Du triffst den Ball vor Überqueren des Netzes (Ausnahme: Der Ball springt nach regulärem Bodenkontakt in die gegnerische Hälfte zurück; dann darfst du übergreifen, solange du weder Netz, Pfosten noch gegnerischen Court berührst und der Rückschlag regelgerecht nach FIP-Regel 14 ausgeführt wird) | Punkt verloren |
| Der Ball trifft dich oder deinen Partner am Körper | Punkt verloren |
| Du lässt den Schläger fallen oder die Handschlaufe reißt | Punkt verloren |
| Ihr berührt den Ball beide nacheinander (Doppelschlag) | Punkt verloren |
| Zwei Aufschlagfehler hintereinander | Punkt verloren |
Neu seit 2026: Lässt ein Spieler den Schläger fallen oder reißt die Sicherheitsschlaufe, verliert das Paar sofort den laufenden Punkt.
Seitenwechsel und Satz
Die Paare wechseln die Seiten nach dem ersten, dritten und jedem weiteren ungeraden Spiel eines Satzes. Ein Satz geht an das Paar, das zuerst sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung gewinnt. Bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break. Wie die Punkte innerhalb eines Spiels gezählt werden, inklusive Golden Point und Star Point, erklärt der Artikel Padel-Zählweise.
Häufige Fragen
Darf man im Padel über Kopf aufschlagen?
Darf der Ball beim Aufschlag die Wand berühren?
Darf ich den Ball aus der Luft zurückspielen?
Was passiert, wenn der Ball im Gitter stecken bleibt?
Fazit
Im laufenden Ballwechsel dürfen Glas und Gitter nach dem Bodenkontakt im gegnerischen Feld angespielt werden. Beim Aufschlag darf der Ball vor dem zweiten Aufprall nicht an das Gitter gelangen. Die eigene Glaswand kannst du als Bande nutzen, das Treffen des eigenen Gitters beendet den Ballwechsel zu deinen Ungunsten.
Weiterlesen: Padel-Zählweise mit Golden und Star Point