In diesem Artikel

Im Padel zählst du Punkte wie im Tennis: 15, 30, 40 und bei Führung direkt das Spiel. Steht es 40:40, entscheidet je nach vorheriger Vereinbarung der klassische Vorteil, der Golden Point (No-Ad) oder der Star Point, den die FIP seit 2026 für ausgewählte Turnierserien nutzt. Grundlegende Spielabläufe findest du in den Padel-Regeln im Überblick.

Punkte innerhalb eines Spiels

Ein Spiel besteht aus Punkten. Angesagt wird immer zuerst der Stand der aufschlagenden Seite:

  • kein Punkt: „null“ (international „love“)
  • erster Punkt: 15
  • zweiter Punkt: 30
  • dritter Punkt: 40
  • vierter Punkt: Spiel (sofern kein Einstand vorliegt)

Gewinnen beide Paare jeweils drei Punkte, steht es 40:40 (Einstand bzw. „deuce“). Erst dann greift eine der drei Varianten aus Regel 1 des FIP-Regelwerks.

Drei Varianten beim Einstand

Einstand im Padel: die drei Varianten nach FIP-Regel 1
VarianteSo läuft esTypisch für
Vorteil (Advantage)Wer den nächsten Punkt gewinnt, hat Vorteil. Gewinnt dasselbe Paar auch den Folgepunkt, holt es das Spiel. Geht der Punkt an die Gegner, steht es wieder Einstand.Klassisches Standardformat nach FIP-Regel 1
Golden Point (No-Ad)Bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt. Das rückschlagende Paar wählt die Aufschlagseite (rechts oder links), ohne die eigenen Positionen zu tauschen.Vorab vereinbarte Alternative nach Regel 1
Star PointBis zu zwei Vorteile wie gewohnt. Steht es danach zum dritten Mal Einstand (Einstand 3), entscheidet direkt ein einziger Punkt.FIP-Mitteilung für Premier Padel und CUPRA FIP Tour

Im Freizeitmatch legt ihr die Variante vor dem ersten Aufschlag gemeinsam fest.

Der Star Point Schritt für Schritt

Die FIP hat den Star Point am 28. November 2025 beschlossen. Seit der Saison 2026 wird er unter anderem bei Premier Padel und der CUPRA FIP Tour gespielt. Die Idee: Spannung wie beim Vorteil, aber keine endlosen Einstands-Serien.

  1. Schritt 1: Erster Einstand

    Bei 40:40 wird „Einstand 1“ angesagt. Wer den nächsten Punkt gewinnt, hat Vorteil 1.

  2. Schritt 2: Erster Vorteil

    Gewinnt das Paar mit Vorteil auch den nächsten Punkt, gehört ihm das Spiel. Sonst steht es „Einstand 2“.

  3. Schritt 3: Zweiter Vorteil

    Wieder dasselbe: Vorteil 2, und mit dem nächsten Punkt das Spiel – oder „Einstand 3“.

  4. Schritt 4: Star Point

    Bei Einstand 3 entscheidet ein einziger Punkt. Das rückschlagende Paar wählt die Seite und darf die Positionen dafür nicht tauschen.

Spiele und Sätze

Einen Satz gewinnt das Paar, das zuerst sechs Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung holt. Bei 5:5 wird bis 7:5 weitergespielt. Bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break. Das Standardmatch umfasst zwei Gewinnsätze (Best of 3).

Nach Vereinbarung erlaubt Regel 1 auch alternative Methoden: Einen Mini-Satz gewinnt das Paar, das zuerst vier Spiele mit zwei Spielen Vorsprung holt; bei 4:4 folgt der Tie-Break. Steht es nach Sätzen 1:1, kann vor dem Spiel vereinbart werden, den dritten Satz durch einen Super-Tie-Break bis zehn Punkte zu ersetzen.

Nach FIP-Regel 5 wechselt ihr die Seiten nach jedem ungeraden Spiel (nach Spiel 1, 3, 5 usw.). Nach Spiel 1 erfolgt der Seitenwechsel laut Regel 2 jedoch ohne reguläre Satzpause direkt weiter. Die Aufschlagreihenfolge legt jedes Paar vor Satzbeginn fest; Details dazu stehen in den Aufschlagregeln.

Padelspielerin und Padelspieler geben sich auf einem dunkelblauen Court die Hand
Am Ende zählt das Ergebnis – und der Handschlag am Netz. Foto: Unsplash

Tie-Break und Super-Tie-Break

Im Tie-Break zählt ihr die Punkte fortlaufend als 1, 2, 3 und so weiter. Gewonnen hat das Paar, das zuerst mindestens sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erzielt. Ein Stand von 7:6 reicht nicht; das Spiel läuft weiter, beispielsweise bis 8:6. Der Satz endet dann 7:6 nach Spielen.

  • Der laut Reihenfolge aufschlagende Spieler serviert für einen Punkt von der rechten Seite.
  • Danach serviert der nächste Spieler in der bisherigen Aufschlagreihenfolge zwei Punkte: zuerst von links, dann von rechts.
  • Dieser Wechsel von jeweils zwei Aufschlägen setzt sich bis zum Satzgewinn fort.
  • Nach jeweils sechs gespielten Punkten wechselt ihr die Courtseiten ohne Pause (Regel 2 und 5).

Den nächsten Satz eröffnet das Paar mit dem Aufschlag, das den Tie-Break nicht als Aufschläger begonnen hat.

Ein Super-Tie-Break (Match-Tie-Break) läuft nach demselben Prinzip ab, geht jedoch bis zehn Punkte bei zwei Punkten Vorsprung. Er ersetzt den Entscheidungssatz nur, wenn ihr das vor dem Match vereinbart habt.

Häufige Fragen

Ist der Golden Point im Padel Pflicht?
Nein. Der klassische Vorteil ist die Basis nach FIP-Regel 1. Der Golden Point (No-Ad) gilt als offizielle alternative Zählmethode, die ihr vor Spielbeginn vereinbaren könnt.
Was ist der Unterschied zwischen Golden Point und Star Point?
Beim Golden Point entscheidet direkt der nächste Ballwechsel nach 40:40. Beim Star Point folgen zunächst bis zu zwei reguläre Vorteile. Erst wenn danach Einstand 3 entsteht, entscheidet ein einziger Punkt.
Dürfen Rückschläger beim Entscheidungspunkt die Seiten tauschen?
Nein. Das rückschlagende Paar entscheidet, von welcher Seite serviert wird. Die Spieler behalten dabei ihre festgelegte Rückschlagposition (rechts oder links) bei. Im gemischten Doppel retourniert die Person gleichen Geschlechts wie der Aufschläger.
Gibt es im Padel ein festes Zeitlimit für ein Match?
Das offizielle Regelwerk nennt kein Zeitlimit für Matches. Für gebuchte Spielzeiten empfiehlt es sich, das Format (etwa mit Golden Point oder Super-Tie-Break im dritten Satz) vorab an den verfügbaren Zeitslot anzupassen.

Fazit

Die Zählweise im Padel folgt dem Tennis, verlangt aber bei 40:40 eine klare Absprache. Vorteil, Golden Point und der bei Premier Padel sowie der CUPRA FIP Tour genutzte Star Point sind im FIP-Kontext geregelt. Legt die Zählweise vor dem ersten Punkt fest, um Unklarheiten auf dem Court zu vermeiden.

Weiter geht’s: Der Padel-Aufschlag Schritt für Schritt